vorherige <<  Rundgang  >> nächste

Station  Geländepark Hardtberg

Einweihung:

 
Sonntag, 13. April 2003,
12 Uhr

im Rahmen des Geländetags 2003 des Reitervereins Lippe-Bruch

www.rvgahlen.de

gestat1401

Recherchen.
Christian Dopp, Alexandra Frey, Kai Kreuzberger (im Bild von rechts nach links, zusammen mit ihrem Lehrer Josef Ulfkotte) sind innerhalb der Geschichts-AG  zuständig für die Station Geländepark Hardtberg (14). Hier erfahren sie durch Heiner Nachbarschulte, Vors. des Reitervereins Lippe-Bruch, von der ungewöhnlichen Nutzung der ehemals landwirtschaftlichen Fläche des heutigen Sportgeländes: Acker- bzw. Weideland, Kiesgrube. Nach 1945 wird der Schutt aus der zerbombten Altstadt (und aus Oberhausen) hier angefüllt. Danach bis in die 80er Jahre wieder landwirtschaftlich genutzt, jetzt eine Sportstätte, auf der sogar nationale Wettkämpfe (1996 Deutsche Meisterschaft im Voltigieren, 1997 Goldene Schärpe der Pony-Reiter) ausgetragen werden.

gestat1402

Auf der nebenstehenden topographischen Karte (ohne A 31, ohne Königsberger Allee) zeigt die blau eingetragene ’14’ (14. Geschichtsstation) die Lage der heutigen Sportanlage an. Gut zu sehen auch die Schienentrasse, über welche die Waggons mit dem Schutt vom Bahnhof Dorsten aus  die frühere Kiesgrube erreichten.

Im Westen die Autobahnmeisterei, südlich von der Königsberger Allee nur durch eine schmale Schlucht mit winzigem Bachlauf getrennt -  eine Sportstätte auf  den Trümmern, auf dem Schutt der Stadt Dorsten.

Heute treffen Reiter und Pferd auf  ideale Bedingungen. Vorher

gestat1403

allerdings waren – vornehmlich in Eigenleistung der Vereinsmitglieder -  umfangreiche Arbeiten mit Hacke, Schaufel und Frontlader notwendig.  Seit 1995 ist der Geländepark („auf Dorstens höchstem Punkt südlich der Lippe“) ein gesuchter Übungsplatz, geeignet für Vereinsturniere und größere Veranstaltungen.

gestat1404

„Als Trainingsgelände ideal. Auch Kinder auf ihren Ponys werden hier beinahe spielerisch vertraut mit den Hindernissen des Parcours. 2001 hatten wir hier das Kreisturnier und das Landesturnier. Da musste halt auch noch ein ’Teich’ her! Früher

hatten unsere Ponyreiter, die doch immer sehr erfolgreich waren und insgesamt  siebenmal den Deutschlandpreis gewonnen haben, oft Schwierigkeiten ins Wasser zu kommen. Seit wir diesen kleinen Wassertümpel haben und die Kinder jede Woche hier hin- und herreiten, gibt’s überhaupt keine Schwierigkeiten mehr. So ein Wassergraben macht selbst den Kleinen bald nichts mehr aus. Sie nehmen halt den Absprung von der niedrigeren Mauer!“

Die USA annektieren Hawaii.

1897

Der Dorstener Bankier Franz Josef de Weldige-Cremer gründet mit dem Fabrikanten Gustav Adolf Müller und dessen Sohn Hermann das Unternehmen „Westfälische Sand- und Thonwerke", das in den nächsten Jahrzehnten im Bereich des Hardtbergs Kies und Sand abbaut.

Thomas Mann erhält den Literaturnobelpreis für den Roman "Die Buddenbrocks".

1929

Durch das „Gesetz zur Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes“ wird der Ortsteil Hardt von der Gemeinde Gahlen abgetrennt und in die Stadt Dorsten eingemeindet. Der Hardtberg verbleibt bei der Gemeinde Gahlen.

 

1938 - 1940

Für den Bau eines Bunkersystems (Westwall) entlang der Westgrenze des damaligen Deutschen Reiches liefern die „Westfälischen Sand- und Tonwerke" Sand und Kies; benötigt werden diese Baustoffe auch bei der Errichtung des Atlantikwalls (1942-1944).

 

1943 - 1945

Während der Luftangriffe auf Dorsten bietet der Hardtberg tagsüber vielen Menschen eine Zuflucht. Zum Wiederaufbau zerstörter Wohnungen und kriegswichtiger Betriebe stellen die „Westfälischen Sand- und Tonwerke Dr. Müller & Co." die erforderlichen Baustoffe bereit und verfüllen die nicht mehr benötigten Gruben mit Trümmerresten aus Essen, Duisburg, Oberhausen und anderen Städten des Reviers. So wird auch die hier gelegene, zum Heckermannshof gehörende Kiesgrube verfüllt und mit Mutterboden eingeebnet, so dass die Fläche um 1950 wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann. Nach Kriegsende wird ein Teil der Bombentrümmer aus Dorsten auf dem Hardtberg eingelagert.

 

1971

Der Heckermannshof geht in den Besitz der Familie Nachbarschulte über.

Die letzten US-Truppen verlassen Südvietnam, das bedingungslos kapituliert.

1975

Durch die kommunale Neuordnung werden die Ortsteile Hardtberg und Östrich der Stadt Dorsten zugeschlagen. Die Proteste der Gemeinde Gahlen bleiben erfolglos.

 

1991

Die landwirtschaftliche Nutzfläche über der früheren Kiesgrube zeichnet sich durch den einen festen und regendurchlässigen Untergrund aus, der aus Bombentrümmern besteht. Nach ersten Versuchen  erweist es sich als ideales Trainingsgelände für Reiter, so dass der „Reiterverein Lippe-Bruch Gahlen e.V."  hier einen Trainings- und Geländepark errichtet.

Bei den Olympischen Spielen in Barcelona gelingt den deutschen Dressurreitern ein einzigartiger Erfolg (Mannschaftsgold und alle drei Medaillen im Einzel).

1992

Mit dem Finale des Rheinischen Jugendchampionats beginnen die „Gahlener Geländetage", die sich bundesweit im Turnierkalender der Vielseitigkeitsreiter etablieren.

 

1997

Im Rahmen des „Deutschlandpreises der Ponyreiter" richtet der „Reiterverein Lippe-Bruch Gahlen e.V."auf dem Geländepark den Stilgeländeritt aus.

Der FC Schalke 04 wird zum 3. Mal Deutscher Pokalsieger.

2001

Der Geländepark ist Schauplatz der Vielseitigkeits­prüfung um die Kreis- und Landesstandarte.

Bürgermeisterin Christel Briefs gratuliert und würdigt Einsatz und Leistung des Reitervereins Lippe-Bruch Gahlen und seines Vorsitzenden Heiner Nachbarschulte.

 

Sie sind der

Besucher

Das Wetter in Dorsten