Station:
Zwangsarbeiter
Einweihung: 8. Februar 2003, 10 Uhr


1939
Nach Kriegsbeginn arbeiten Gefangene und zivile Zwangs- arbeiter aus den besetzten Gebieten in Dorstener
Betrieben und in der Landwirtschaft.
Im heutigen Stadtgebiet entstehen mehr als 35 Lager.
Sowjetische Kriegsgefangene
vor dem Arbeitseinsatz
1942
Im Lager an der Schleuse treffen Ende des Jahres die ersten 1000 sowjetischen Kriegsgefangenen ein. Die Stadt Dorsten wird aufgefordert, umgehend einen Friedhof "für etwa 2000 Russen" anzulegen, der an dieser Stelle entsteht.
Viele sterben nach kurzer Zeit an Entkräftung, an menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen; manche werden erschlagen oder erschossen.
Obwohl ihnen drastische Strafen drohen, versorgen etliche Dorstener die von den Nazis als "slawische Untermenschen" bezeichneten Ostarbeiter heimlich mit Nahrungsmitteln.
1943
Zwangsarbeiterinnen, die in Dorstener Lagern leben, müssen ihre Kinder im Entbindungs- und Abtreibungslager für Ostarbeiterinnen
in Waltrop-Holthausen zur Welt bringen. Viele Mütter und Neugeborene sterben nach der Entbindung an unzureichender medizinischer Versorgung oder an Unterernährung.

Ostarbeiterinnen bei der Munitions-anfertigung (Muna Wulfen)
Der katholische Geistliche
Laurenz Schmedding
wird von der Gestapo verhaftet
und in das KZ Dachau gebracht,
weil er
Ostarbeitern und Kriegsgefangenen geistlichen Beistand
geleistet hat.
1943/44
In Tönsholt wird
für die Firma Krupp
ein Lager für 3000 Zwangsarbeiter errichtet.
1944
Viele Zwangsarbeiter sehen keinen anderen Ausweg als Flucht oder Selbstmord. Andere kommen bei einer Explosion in der Muna oder bei de Bombenangriffen der Alliierten um.
Vor allen auf dem Lande entwickeln sich in den Kriegsjahren zwischen den Bauern und den auf ihrem Hof tätigen Ostarbeitern Freundschaften, die den Krieg überdauern.
1945
Nach dem Einmarsch der Alliierten beunruhigen Plünderungen und Gewalttaten befreiter Ostarbeiter die Bevölkerung.
1946
Im September registriert die britische Besatzungsmacht 2070 "Displaced Persons" (befreite ausländische Kriegsgefangene
und Zwangsarbeiter).

1985
Die Forschungsgruppe "Dorsten unterm Hakenkreuz" erinnert an das Schicksal der osteuropäischen Zwangsarbeiter in Dorsten während des 2. Weltkrieges.1999
Die KAB St. Bonifatius Holsterhausen übernimmt die Patenschaft für den "Russenfriedhof".
Gedenktafel auf dem "Russefriedhof".
1942
Die Stadt Dorsten wird aufgefordert, umgehend einen Friedhof "für etwa 2000 Russen" anzulegen.

"Wir dürfen sie nicht vergessen", mahnt der Gedenkstein auf dem sogen. 'Russenfriedhof' (in unmittelbarer Nähe des Waldfriedhofs).
Bgm. Lütkenhorst: "Diese Menschen sind Teil unserer Geschichte. Die neue Station erinnert an die Schuld, aber auch an Zivilcourage von Menschen dieser Stadt".


Josef Ulfkotte, in 2002/03 Präs. des LC Dorsten-Hanse, und Hans-Jochen Schräjahr,
Leiter der GE-AG,
mit dem Thema "Zwangsarbeiter in Dorsten" seit Jahren beschäftigt:
" Hier sind deutlich mehr als 600 russische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterin-
nen begraben".
8. Februar 2003: Zur Übergabe der neuen Tafel haben sich zahlreiche Mitbürger zur Übergabe versammelt, darunter die Schüler der Geschichts-AG des Gymnasiums und viele Mitglieder des LC Dorsten-Hanse.

Die Station wird von Mitgliedern des LC Dorsten-Hanse finanziert
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