[Radtour Nord1]

Dorstener Geschichte - Station 20: Herrlichkeit Lembeck

Die Herrlichkeit bestand viele Jahrhunderte bis 1803. Auf diesem Gebiet entstanden die Bürger­meistereien Altschermbeck und Lembeck, deren Büro seit 1825 in Wulfen war.

Auch das nachfolgende Amt Hervest-Dorsten hat bis 1938 seine Verwaltung in Wulfen im „Alten Standesamt" gehabt.

Deshalb wurde die Geschichtsstation 2004 nicht in Lembeck, sondern neben der Matthäusschule aufgestellt, wo bis 1981 das „Alte Standesamt" stand.



Antwerpen wird Hanse­stadt

Schloss Lembeck

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1315

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Der Grundherr Otto von Ahaus überlässt das Territorium der späteren Herrlichkeit Lembeck, welches die Kirchdörfer Altschermbeck, Erle, Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade und Wulfen umfasst, dem Bischof von Münster als Landesherrn.

14. Jh.

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Der Fürstbischof belehnt die Herren von Lembeck mit der Herrlichkeit. Sie üben hier
bis 1803 die niedere Gerichtsbarkeit aus. Die Lippe bildet im Süden die Grenze zum
Kölnischen Vest Recklinghausen, im Westen grenzt die Herrlichkeit an das
Herzogtum Kleve, im Norden und Osten wird sie vom Fürstbistum Münster
umschlossen.

William Shakes­peare schreibt „Richard III”.

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1592

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Mathias von Westerholt, Herr zu Lembeck, erlässt die „Herrlichkeits­ordnung”, die das kirchliche und wirtschaftliche Leben ebenso regelt wie die Verteidigung des Landes.

1812

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Im Zuge der Napoleonischen Kriege wird die Herrlichkeit in die „Mairie (Bürgermeisterei) Lembeck” (Hervest, Lembeck, Wulfen) und die „Mairie Altschermbeck” (Altschermbeck, Erle, Holsterhausen, Rhade) eingeteilt.

1813

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Nach der Niederlage Napoleons fällt das Gebiet der ehemaligen Herrlichkeit Lembeck an Preußen und wird 1816 dem neu gebildeten Landkreis Recklinghausen zugeordnet.

Bolivien wird unter Präsident Bolivar selbst­ständige Republik.

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1825

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Das Büro der gemeinsam verwalteten Bürger­meistereien Altschermbeck und Lembeck wird von Schloss Lembeck nach Wulfen verlegt.

Das alte Amtshaus in Wulfen 1877 - 1907

1841

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Die neue Land­gemeinde­ordnung sieht die Umwandlung der Bürger­meistereien Altschermbeck und Lembeck in Ämter vor. Die einzelnen Gemeinden erhalten eigene Gemeinde­vorsteher.

Das neue Amtshaus in Wulfen 1907 - 1938

1929

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Die Ämter Lembeck und Altschermbeck werden aufgelöst und zum neuen Amt Hervest-Dorsten zusammen­geschlossen, dem ein Amts­bürgermeister vorsteht.

Japan eröffnet den Krieg gegen China.

Neben­stelle der Ämter Lembeck und Alt­scherm­beck in Holster­hausen 1914 - 1938

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1937

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Die Stadt Dorsten wird unter Wahrung ihrer Stadtrechte in das Amt Hervest-Dorsten eingegliedert. Die Amtsverwaltung wird 1938 von Wulfen nach Hervest verlegt.

1943

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Hervest und Holsterhausen werden in die Stadt Dorsten eingemeindet.

1975

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Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Lembeck, Rhade und Wulfen sowie von der Gemeinde Altschermbeck die Bauerschaft Emmelkamp werden in die Stadt Dorsten eingemeindet. Altschermbeck wird der Gemeinde Schermbeck zugewiesen, Erle der Gemeinde Raesfeld. Bis heute ist der Name „Herrlichkeit Lembeck” im Bewusstsein der Bevölkerung lebendig.

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Daten und Fakten

Eröffnung - 16. September 2004

Adresse - Dülmener Str. 40, 46286 Dorsten - Matthäusschule

Geodaten - 51°43'14.9 7°00'58.7



Feierliche Übergabe am 16.09.2004

Am Donnerstag, den 16. Sept. 2004, eröffnete der Bürgermeister der Stadt Dorsten Lambert Lütkenhorst die Geschichtsstation “Herrlichkeit Lembeck”

mit vielen Besuchern

Blasmusik Wulfen

Wappen der ehemaligen Gemeinden der Herrlichkeit

An der Südseite des Pavillion der Matthäus-Schule sind die Wappen der ehem. Gemeinden der Herrlichkeit, des Amtes Hervest-Dorsten und der Stadt Dorsten.

Die Grenzen der Herrlichkeit

Die bis 1975 gültigen Grenzen der 7 Gemeinden der Herrlichkeit Lembeck, bzw. der Ämter Lembeck und Altschermbeck, bzw. des Amtes Hervest-Dorsten (bis 1929 ohne Dorsten).

Im Wasserbecken sind aus vielen Kieseln die Grenzen der 7 dazugehörigen Gemeinden gebildet worden